Die Bautreppe

Wir haben uns im Weihnachtsurlaub 2013/2014 in die Treppe von guten Bekannten verliebt, die vor kurzem ein Ferienhaus in Sankt Peter-Ording gebaut hatten.

Eigentlich ist in unserem Bauwerksvertrag eine Stahlharfentreppe (hier klicken) mit Buchestabparkettstufen enthalten.  Da kannten wir aber eben diese Treppe noch nicht.

Also haben wir die Stahlharfentreppe rausstreichen lassen und sind in den Hunsrück zur Firma Bastian gefahren. Dort haben wir uns nun eine Holzwangentreppe mit weiß lackierten Wangen (O-Ton Herr Bastian: “die können Sie auch mal mit Viss schrubben” :-O) und Stufen aus gebürsteter Eiche natur ausgesucht. Das Bürsten stellt die Maserung des Holzes dreidimensional heraus, da die weicheren hellen Teile herausgeschrubbt werden und die härteren dunkleren “Ringe” stehen bleiben. Das ganze wird dann lackiert und trotzdem hat man eine Struktur auf der Stufe, die senkrecht zur Laufrichtung steht. So hat man etwas mehr “Grip” und das ganze sieht auch noch umwerfend schön aus. Habe ich schon erwähnt, dass wir unsere Treppe wirklich ganz, ganz toll finden?

Bei einer Stahlharfentreppe wird das Stahlgerüst im Rohbau schon eingebaut, und die Stufen werden zunächst aus alten Holzbrettern mehr oder weniger lieblos improvisiert. So können die Handwerker Dinge rauf und runter transportieren und die schönen Stufen, die erst später eingebaut werden, sind noch nicht gefährdet.

Da wir unsere Stahlharfentreppe ja aus dem Vertrag nachträglich herausgenommen haben, sind wir nun auch für die Bereitstellung einer Bautreppe verantwortlich. Unsere eigentliche Treppe wird dann erst später eingebaut. Kein Problem, das Angebot der Firma Bastian beinhaltete natürlich auch direkt schon so eine Bautreppe.

Ich wäre aber nicht ich, wenn ich mir nicht direkt schon Sorgen über die Kommunikationssollbruchstelle “Eigenleistung (Bau-)Treppe” auf der einen Seite und “Rest der Baustelle” auf der anderen Seite machen würde. Aber bis dahin hatten wir ja noch viel Zeit, und auf Nachfrage sollten wir uns maximal 2 Wochen vorher melden, bevor die Bautreppe eingebaut werden sollte.  Dann würde auch alles vermessen werden für den Bau “unserer” Treppe.

Zwischendurch irgendwann bemerkte unser Bauleiter so nebenbei, dass er beim Einbau der Bautreppe vielleicht gerne anwesend wäre, da bei einem anderen Projekt die Bautreppe schon einmal zu eng an die Wand gebaut wurde, so dass der Verputzer nicht arbeiten konnte. Dann mussten (auf Kosten der Bauherren, da Eigenleistung, haha) die Leute aus dem Hunsrück wieder anrücken und die Treppe verrücken. Wasser auf meine Sorgenmühlen, genau sowas hatte ich befürchtet.

Also war mir die erfolgreiche Koordinierung von Treppenbauer und Bauleiter umso wichtiger, und ca. zwei Wochen vor Bautreppenbedarf rief ich in Simmern an. Eine nette Dame sagte mir, der Herr Bastian sei im Kundengespräch, aber sie könne meine Wünsche auch weiterleiten. Also habe ich darum gebeten, dass er mit unserem Bauleiter direkt Kontakt aufnehme, damit der Einbau der Bautreppe terminlich für die übernächste Woche (KW 22, also 26. – 30.05.) fixiert werden kann, und habe natürlich auch Name und Nummer vom Bauleiter angegeben.  Das war an einem Freitag.

Am Mittwochnachmittag der folgenden Woche habe ich also beim Bauleiter und seiner Kollegin nachgefragt, ob sich die Bastians schon gemeldet hätten. Nein, sie hätten noch nichts gehört. Also versprach ich, dort noch einmal nachzufragen. Der Kollege, der den Anruf entgegen nahm, war sehr überrascht, denn der Termin für die Bautreppe, der 17. Juni (!!!) sei doch schon längst mit der Baufirma abgesprochen… Nun war ich völlig verwirrt, denn eben diese hatten mir ja gerade hoch und heilig versichert, von den Treppenleuten noch keinen Termin bekommen zu haben…

Der Rückruf bei der Baufirma ergab dann, dass sich die Firma Bastian wohl auf den Bauzeitenplan bezog, den unsere Baufirma ihnen schon vor einiger Zeit unverbindlich zugeschickt hatte… Aaargs… Aber die Kollegin bei der Baufirma versprach, sich darum zu kümmern. Das ganze ging dann für ein paar Tage und ein paar Mal hin- und her, inklusive der Info, dass die Bautreppe bitte möglichst stabil gebaut werden solle, damit die Handwerker auch ihren Kram gut rauf und runter transportieren könnten, bis ich dann doch noch mal im Hunsrück anrief um nachzufragen, wann genau denn die Bautreppe montiert werden würde. Antwort am Telefon: “keine Ahnung und es ist gerade niemand mehr da, der das beantworten kann.”  Öh… Nachmittags um halb 4, wohlgemerkt…

Nachdem ich postexplosiv von meinen Kollegen wohlmeinende, beruhigende Worte gehört hatte, die mich nicht im geringsten beruhigten (der eine lebt seit drei Jahren mit der Bautreppe, die er selber gebaut hat, der andere hat viel zu spät eine bekommen und die Handwerker haben auch alles mit Leitern transportieren können… und ja, beide sind trotzdem glücklich mit ihren Häusern…), kam 10 Minuten später eine E-mail mit der Bestätigung, dass am 03. Juni die Bautreppe montiert werden wird. Häh? Ich dachte, es wäre niemand mehr da?

Aber gut. Am 03.06. war vormittags der Fensterbauer vor Ort, hat kurz mit Helge geschnackt, der mittags nach dem Rechten gesehen hatte, und hat alle Fenster vermessen und im Rahmen mit einer Nummer versehen.  Aber von einer Treppe war weit und breit noch nix zu sehen…

Abends sind wir dann noch einmal vorbei gefahren und tadaaaa:

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DA ist sie. Alles wird gut.

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